|
Freitag, 9. Mai 2008
 Johannes Kaufmann hat im Online-Magazin Aurora einen interessanten Artikel über Ethik in der Science-Fiction geschrieben. Exemplarisch analysiert er anhand der zahlreichen Star Trek TV-Serien und Kinofilme moralische und ethische Implikationen der Handlungen der Protagonisten. Warum die Photonentorpedos der Enterprise nur in gerechten Verteidigungskriegen gegen den Aggressor gerichtet waren, und warum Sisko im Vergleich zu Picard ein militaristischer Hasardeur - wenn auch einer mit moralischen Idealen - ist, erfährt man in Kaufmanns Essay. Und auch wieso Menschenrechte an sich rassistisch sind. Mal drüber nachdenken.
Hier ein Anreißer:
In den 80ern gab es sie noch, die eindeutig gute und richtige Entscheidung, personifiziert in der Gestalt einer Science-Fiction-Figur: Captain Jean-Luc Picard. Stabil und unverwüstlich, auf dem Fundament einer unerschütterlichen Nichteinmischungs- und Friedensideologie, rauschte die Enterprise durch das Weltall und hinterließ am Ende jeder Episode das beruhigende Gefühl, dass das Gute sich wieder einmal durchsetzen konnte.
[weiter lesen...]
Übrigens: Aktueller Themenschwerpunkt in Aurora: Die Science Fiction als Spiegel der Gesellschaft.
Mittwoch, 20. Februar 2008
 Schon 1969 entstand dieser Roman des russischen Intellektuellengespanns. Meisterhaft verarbeiteten Arkadi und Boris Strugatzki (auch: Strugazki) den einzigen Rohstoff, den es im Warschauer Pakt im Überfluss gab: Fantasie. Der freundliche Übermensch mit dem deutschem Nachnamen, Maxim Kammerer, ist Angehöriger einer technisch und moralisch überlegenen Zivilisation. Da sich dieser Twentysomething von seinen Eltern jedoch noch nicht zu einer anständigen Karriere hat überreden lassen können, durchstreift er im Dienste einer staatlichen Organisation das Weltall, um unbekannte Planeten zu kartographieren. Sein Raumschiff stürzt auf einer erdähnlichen, jedoch durch und durch korrumpierten Welt ab. Radioaktiv verseuchte Flüsse, mit Landminen vergangener Kriege durchsetzte Wälder, dazu ein totalitäres Regime, dass seine durchmilitarisierte Bevölkerung mit Lügen und Gewalt zusammenhält. Das alles verbunden mit einer depressiven Grundstimmung, die den ganzen Roman durchzieht. In der Tat, man merkt, wann und wo diese Geschichte entstand.
[mehr lesen...]
Mittwoch, 6. Februar 2008
 Was, wenn Google böse wird? Was, wenn Google schon böse ist? Cory Doctorows Kurzgeschichte spielt in der nahen Zukunft und thematisiert, was vielen immer noch nicht klar ist: Das Internet vergisst nichts. Dank Doctorows Faible für Creative Commons Lizenzen darf man fast alles mit dem Text anstellen, auch – aber nicht nur – Übersetzungen in andere Sprachen. Die bereits existierende Deutsche Übersetzung ist jedoch sehr nah am Text. Kein Grund zum Meckern, denn – ewig bemüht, meine Woppel in die Höhe zu treiben – hier meine eigene Version von Scroogled (jetzt auch mit Deutschem Untertitel!): Scroogled – Total verlinkt.
[mehr lesen...]
Sonntag, 25. November 2007
 50 Jahre in der Zukunft droht die Sonne zu erlöschen, was für Erde und Bevölkerung verständlicherweise ausgesprochen unangenehme Folgen hat. Wie es zu dieser Katastrophe kam, wird nicht erklärt, ist aber letztlich auch unerheblich für die Geschichte [...]
[mehr lesen...]
Sonntag, 25. November 2007
„Anarres ist nicht wunderbar. Es ist eine häßliche Welt. Alles öde, alles trocken. Die Städte sind sehr klein und langweilig, richtig trostlos. Keine Paläste. Wir sind arm, wir leiden Mangel. Ihr habt, wir haben nicht. Hier ist alles schön. Nur die Gesichter nicht. Auf Anarres ist gar nichts schön, nichts außer den Gesichtern. Die anderen Gesichter, die Männer und Frauen. Etwas anderes haben wir nicht, wir haben nur uns. Weil unsere Männer und Frauen frei sind; da sie nichts besitzen, sind sie frei. Und ihr, die Besitzenden, ihr seid besessen.“ [...]
[mehr lesen...]
Samstag, 17. November 2007
Cory Doctorow, der kanadische Science-Fiction Autor, Internet-Aktivist und Professor hat neben dem Denken interessanter Gedanken noch das Hobby, Romane und Kurzgeschichten unter Creative Commons Lizenz zu veröffentlichen. Sein Erstlingswerk Down and Out in the Magic Kingdom erschien kürzlich auf Deutsch unter dem Titel Backup beim Heyne-Verlag, wo es ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden kann. Jetzt weiß ich: ja, man kann ein fast 300seitiges Buch komplett am Bildschirm durchlesen und – Cory Doctorow ist mitnichten ein "William Gibson auf Speed", genauso wenig wie der neue Neil Stephenson.
[mehr lesen...]
Sonntag, 4. November 2007
 Man hätte den Roman auch "Hippies im Weltraum" nennen können, denn eigentlich ist Der dunkle Schirm (engl.: A Scanner Darkly) nur rein formal Science Fiction. Philip K. Dick hat in diesem Werk seine Drogenerfahrungen aus den 60ern verarbeitet und einfach in eine unbestimmte Zukunft auf der Erde versetzt. Weltraum kommt genau genommen auch gar nicht darin vor – dafür aber handfeste Paranoia und Dermatozooenwahn.
[mehr lesen...]
Freitag, 2. November 2007
 Das Shrike ist eine Gott-ähnliche Nemesis, die ihre Opfer mit Vorliebe aus großer Höhe auf spitze Dornen plumpsen lässt. Das Shrike ist zudem noch ein possierlicher kleiner Vogel, der mit dem Über-Bösen aus Simmons' Roman ebendieses sadistische Hobby gemein hat. Hätte man den Namen konsequent ins Deutsche übersetzt, müsste der Antagonist aus den Hyperion-Gesängen "der Würger" heißen. Gut, dass man diese Reminiszenz an Edgar Wallace vermieden hat, denn eigentlich hört sich "Shrike" in deutschen Ohren ja auch perfekt wie das spitze, stählerne Mensch-Maschine Wesen an, das es darstellen soll.
[mehr lesen...]
Freitag, 2. November 2007
 Das Leben spielt sich ab von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens und dann – kein Sonnenaufgang, der nächste Abend schließt sich an, ohne dass der Tag überhaupt begonnen hätte. Und das alles, weil die Aliens kein Tageslicht mögen. Wasser übrigens auch nicht...
[mehr lesen...]
|